SIMONKURT


global warming vs. global warning
Dezember 24, 2008, 7:27
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2008 neigt sich zu Ende, die Jahresrückblicke häufen sich. Was man in jedem Rückblick ungefähr finden dürfte, ist klar: Sarkozy/Bruni, die tibetischen Proteste gegen China, die Enthüllungen um den Armeechef Roland Nef, sein darauffolgender Rücktritt sowie die Wahl von Barack Obama zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. 

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Doch wie steht es eigentlich um unsere Welt? Was ist mit CO2 und seiner grossen Schwester, der Klimaerwärmung? Al Gore, ehemaliger Vize-Präsident der USA, Umweltaktivist und Macher von ‘An Inconvenient Truth’ (dt.: Eine unbequeme Wahrheit), bezieht in seiner Rede in Poznan  am 13. Dezember 2008 klar Stellung und sagt, dass auch dieses Jahr noch lange nicht genug unternommen wurde, um den CO2-Ausstoss einzudämmen. Obwohl ein stetes Bemühen zu beobachten sei und mittlerweile genau die Staaten, welche damals das erste Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet haben, mittlerweile Führungspositionen in der Klimafrage eingenommen haben, könne noch viel mehr getan werden, um den weltweiten CO2-Ausstoss weiter einzudämmen.

Vor seiner Reise nach Poznan traf sich Gore mit Barack Obama, um ihn über die zukünftige Umweltpolitik der USA zu befragen. Obama trat seit Wahl zum Präsidenten öffentlich stets klar und bestimmt auf, wenn es um seine zukünftige Umweltpolitik ging: „…the time for delay is over. The time for denial is over. We all believe what the scientists have been telling us for years now, that this is a matter of urgency and national security and it has to be dealt in a serious way. That’s what I intend my administration to do.“ Da die Wissenschaft mittlerweile das Stadium der Zwistigkeiten und Widersprüche hinter sich gelassen habe, sei nun die Zeit gekommen, um zu handeln.

Und tatsächlich zeichnet sich in den USA eine Selbstständigkeit ab, die für sich spricht: 844 US-Städte haben mittlerweile die Richtlinien des Kyoto-Protokolls anerkennt, ohne auf die Handlungen der Regierung zu warten. „Washington has failed to show leadership“, so Gore. 

Alle Augen auf Amerika. Wieviel sich schlussendlich unter Barack Obama tatsächlich verändern wird, wird sich zeigen. Fakt jedoch ist, dass etwas passieren muss. Oder wie in ‘An Inconvenient Truth’ Sir Winston Churchill zitiert wird:„The era of procrastination, of half-measures, of sooting and baffling expedients, of delays, is coming to its close. In its place we are entering in a period of consequences.“*

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Bestes Beispiel, dass wir diese Zeit des Zauderns und der halbherzigen Versuche nun endlich hinter uns lassen müssen, ereignete sich zu Beginn dieses Jahres: Am 28. Februar 2008 löste sich in der Antarktis ein weiteres 25.5km langes und 2.4km breites Teilstück vom restlichen Eisschelf, dem Larsen-Schelf. Genau das Schelf, welches schon in Gore’s Film eine prominente Rolle einnahm, steht also erneut im Mittelpunkt der Klimaforscher. Man geht davon aus, dass der Eisbruch eine weitere Folge der Klimaerwärmung sei, so Al Gore auf seiner Website. Im Film, welcher im Angesicht der ernsthaften Lage heutzutage schlicht und einfach als must-have-seen, wenn nicht schon als Beitrag zur Allgemeinbildung zu betrachten ist, wird ersichtlich, dass sich die Auswirkungen der Erderwärmung in der Region der Antarktis manifestieren: Bereits 2002 (Bild oben) sind bereits beachtliche Teile vom Larsen-Schelf abgebrochen. 2006 erkläre Gore, dass – sollte der CO2-Ausstoss nicht striktere Kontrollen erfahren – weitere Teile des Schelfs abbrechen werden, was sich vergangenen Februar also bewahrheitet hat.

Man mag nun denken, dass ein bisschen schmelzendes Eis nicht weiter schlimm wäre, was jedoch weit gefehlt ist. Schmelzendes resp. sich lösendes Eis erhöht längerfristig zwar den Wasserspiegel, spontan aber verursachen die riesigen Blöcke Wellen von mehreren dutzend Meter hohe Wellen, welche sich wiederum als Tsunamis bemerkbar machen, sobald sie auf Land treffen. Die Folgen sind uns bekannt – und sind schlicht und ergreifend furchtbar. Tsunamis und weltweites Hochwasser (Wasserspiegelerhöhung um bis zu 6 Meter weltweit) wären die Folgen.

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Eine (leider immer noch) erschreckende Bilanz, welche auch Ende 2008, zwei Jahre nach ‘An Inconvenient Truth’, gezogen werden muss. Es gibt noch mehr, was wir tun können! Löscht das Licht, wenn ihr den Raum verlässt! Nehmt das Velo oder den Zug anstatt das Auto! Oder geht ganz zu Fuss! Wie auch immer – es ist Zeit, zu handeln. Jetzt!

Tipp: Sollte jemand noch kein Weihnachtsgeschenk haben – verschenkt die DVD von ‘An Inconvenient Truth’ und macht den ersten Schritt zur Wende!

* (dt.:) „Die Zeit des Zauderns, der Halbherzigen Massnahmen, der Bezichtigungen und Verzögerungen, geht zu Ende. An ihrer Stelle treten wir ein in eine Periode der Konsequenzen.“


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